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Artgemeinschaft · Rechtsextremismus

Razzia gegen die verbotene ‚Artgemeinschaft‘: Durchsuchungen auch bei AfD-Landtagskandidaten

Rund drei Jahre nach dem Verbot der rechtsextremen ‚Artgemeinschaft‘ schlägt die Justiz erneut zu: Bei Unterstützern der Sekte laufen Durchsuchungen in fünf Bundesländern – betroffen sind auch zwei AfD-Landtagskandidaten.

iureka Team ·

Foto: maxed. RAW / Pexels
Foto: maxed. RAW / Pexels

Halle, 27. August 2026 – Wegen des Verdachts der Fortführung der verbotenen rechtsextremen Vereinigung „Artgemeinschaft“ durchsucht die Polizei seit dem Morgen Objekte in fünf Bundesländern. Grundlage ist ein Verfahren gegen insgesamt 15 Beschuldigte, denen vorgeworfen wird, die „Artgemeinschaft“ zu unterstützen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle der Deutschen Presse-Agentur sagte.^[Handelsblatt – Extremismus: Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/extremismus-durchsuchungen-bei-unterstuetzern-von-rechtsextremem-verein/100250103.html] Nach Informationen des SPIEGEL sind insgesamt 15 Objekte betroffen – darunter auch Wohnungen von zwei AfD-Landtagskandidaten.^[DER SPIEGEL – „Artgemeinschaft“: Razzia bei zwei AfD-Landtagskandidaten wegen verbotener Rassistensekte – url: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sachsen-anhalt-durchsuchungen-bei-mutmasslichen-anhaengern-der-neonazi-sekte-artgemeinschaft-a-36aedc8f-3cab-418b-a4c3-08b43d431d79#ref=rss]

Einsatz in fünf Bundesländern

Die Durchsuchungen laufen in Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Unter anderem sind Kräfte der Landeskriminalämter im Einsatz. In NRW durchsuchte die Polizei Objekte in Lippstadt sowie an zwei weiteren Orten im Kreis Lippe und im Kreis Höxter, in Brandenburg je ein Objekt in Potsdam und in Zossen südlich von Berlin.^[Handelsblatt – Extremismus: Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/extremismus-durchsuchungen-bei-unterstuetzern-von-rechtsextremem-verein/100250103.html] Zuvor hatten der „Spiegel“ und die „Volksstimme“ über den Einsatz berichtet.

Ein Verbot mit Vorgeschichte

Die „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“, so der vollständige Name, wurde 2023 vom Bundesinnenministerium verboten. Die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) bezeichnete sie als „sektenartige, zutiefst rassistische und antisemitische Vereinigung“.^[Handelsblatt – Extremismus: Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/extremismus-durchsuchungen-bei-unterstuetzern-von-rechtsextremem-verein/100250103.html] Die Gruppierung, die sich als Hüterin einer „germanischen Rasse“ sah, klagte gegen das Verbot – das Bundesverwaltungsgericht bestätigte es jedoch im April dieses Jahres.^[Handelsblatt – Extremismus: Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/extremismus-durchsuchungen-bei-unterstuetzern-von-rechtsextremem-verein/100250103.html] Dessen ungeachtet soll der Verein von mehreren Menschen aufrechterhalten worden sein – genau dagegen richtet sich nun das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Halle.

Politische Brisanz vor der Landtagswahl

Besondere Sprengkraft erhält der Einsatz durch die Verbindung in die Politik: Nach SPIEGEL-Informationen sind zwei AfD-Landtagskandidaten von den Durchsuchungen betroffen.^[DER SPIEGEL – „Artgemeinschaft“: Razzia bei zwei AfD-Landtagskandidaten wegen verbotener Rassistensekte – url: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sachsen-anhalt-durchsuchungen-bei-mutmasslichen-anhaengern-der-neonazi-sekte-artgemeinschaft-a-36aedc8f-3cab-418b-a4c3-08b43d431d79#ref=rss] Der Einsatz kommt nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September – dem Bundesland, in dem die „Artgemeinschaft“ ihre Hochburgen hatte und in dem die AfD Umfragen anführt. Ob die Durchsuchungen auch zu Anklagen führen, bleibt abzuwarten; zunächst gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Quellen: Handelsblatt – Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein · DER SPIEGEL – Razzia bei AfD-Landtagskandidaten