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Plagiat · Doktorarbeit

Plagiatsvorwürfe gegen Berlins Justizsenatorin: Uni Köln soll Doktorarbeit prüfen

Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber will 83 Plagiate in der Dissertation von Felor Badenberg gefunden haben. Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl bittet die CDU-Politikerin ihre Alma Mater um eine unabhängige Prüfung.

iureka Team ·

Foto: Tara Winstead / Pexels
Foto: Tara Winstead / Pexels

Berlin, 20. August 2026 – Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gerät Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) unter Druck: Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber will in ihrer Doktorarbeit mehr als 80 Plagiate gefunden haben und hat ein Gutachten dazu veröffentlicht. Badenberg lässt die Vorwürfe nun von ihrer ehemaligen Universität prüfen – der Zeitpunkt ist aus ihrer Sicht „durchaus heikel“.^[Handelsblatt – Warum Berlins Justizsenatorin ihre Doktorarbeit prüfen lässt – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/plagiatsvorwuerfe-warum-berlins-justizsenatorin-ihre-doktorarbeit-pruefen-laesst/100248598.html]

83 Plagiatsfragmente in der Dissertation von 2005

Konkret spricht Weber, der als „Plagiatsjäger“ bekannt ist, von „83 Plagiatsfragmenten“, die schwerwiegend seien – darunter einzelne Sätze und ganze Absätze, die abgeschrieben worden sein sollen. Auch die Danksagung zu Beginn der Arbeit rügt er.^[Süddeutsche Zeitung – Plagiatsvorwürfe gegen Justizsenatorin Badenberg – url: https://www.sueddeutsche.de/politik/plagiat-vorwuerfe-badenberg-cdu-li.3534297] Die 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln abgelegte Dissertation soll nun unabhängig und umfassend geprüft werden. Badenberg erklärte, ihre Arbeit sei „nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“ worden; die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen sei Gegenstand des Verfahrens.^[Handelsblatt – Warum Berlins Justizsenatorin ihre Doktorarbeit prüfen lässt – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/plagiatsvorwuerfe-warum-berlins-justizsenatorin-ihre-doktorarbeit-pruefen-laesst/100248598.html]

Vom Verfassungsschutz in den Senat

Die 1975 im Iran geborene Juristin kam 1987 nach Deutschland, studierte Jura und arbeitete ab 2006 im Bundesamt für Verfassungsschutz, wo sie unter anderem die Cyberabwehr mit aufbaute und den Bereich Rechtsextremismus und Terrorabwehr leitete – inklusive der Beobachtung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall. 2022 wurde sie als erste Frau Vizepräsidentin der Behörde, ein Jahr später Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz – damals noch parteilos.^[Süddeutsche Zeitung – Plagiatsvorwürfe gegen Justizsenatorin Badenberg – url: https://www.sueddeutsche.de/politik/plagiat-vorwuerfe-badenberg-cdu-li.3534297]

CDU steht hinter ihrer Spitzenkandidatin

Badenberg tritt bei der Wahl am 20. September als Spitzenkandidatin ihrer Partei im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf an. Die Berliner CDU stellte sich demonstrativ hinter sie: Sie sei „eine herausragende Justizsenatorin, die für Berlin viel bewegt“, teilte Finanzsenator Stefan Evers mit, der als CDU-Spitzenkandidat antritt.^[Süddeutsche Zeitung – Plagiatsvorwürfe gegen Justizsenatorin Badenberg – url: https://www.sueddeutsche.de/politik/plagiat-vorwuerfe-badenberg-cdu-li.3534297] Auf Nachfrage wollte Plagiatsjäger Weber nicht mitteilen, ob ihn jemand mit der Überprüfung beauftragt hat.

Ob die Universität zu Köln tatsächlich ein förmliches Prüfverfahren einleitet, bleibt abzuwarten. Für Badenberg geht es nicht nur um ihre wissenschaftliche Reputation, sondern auch um die Frage, ob die Affäre den CDU-Wahlkampf in Berlin belastet.

Quellen: Handelsblatt – Warum Berlins Justizsenatorin ihre Doktorarbeit prüfen lässt · Süddeutsche Zeitung – Plagiatsvorwürfe gegen Justizsenatorin Badenberg