Apple · App Store
Nach EU-Strafe: Apple öffnet den App-Store – neue Regeln ab Oktober
Nach dem Druck der EU-Kommission lenkt Apple ein: Ab Oktober gelten in der EU neue App-Store-Bedingungen – alternative Vertriebswege, weniger Gebühren und mehr Wahlfreiheit für Nutzer. Der Konzern hofft, damit einer Milliardenstrafe zu entgehen.
Brüssel/Cupertino, 18. August 2026 – Apple lenkt im Dauerstreit mit der Europäischen Union ein: Von Oktober an nimmt der US-Konzern weitreichende Änderungen am App-Store vor. Nutzer in der EU sollen künftig mehr Wahlfreiheit beim Herunterladen und Bezahlen von Apps haben, wie aus Mitteilungen des Unternehmens und der EU-Kommission hervorgeht.^[Handelsblatt – Nach Millionenstrafe: Apple nimmt nach EU-Strafe Änderungen im App-Store vor – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/nach-millionenstrafe-apple-nimmt-nach-eu-strafe-aenderungen-im-app-store-vor/100248129.html]
Einlenken nach Jahren des Konflikts
Kern der Neuerungen: Entwickler von Apps, die mit Apple kompatibel sind, sollen künftig freier entscheiden können, wie sie ihre Programme vertreiben und wie Nutzer dafür bezahlen. Die Software soll neben dem App-Store auch einfacher über Internetseiten oder Online-Marktplätze von Drittanbietern heruntergeladen werden können. Bisher hielt der Tech-Riese Entwickler nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter mit Gebühren davon ab, solche alternativen Vertriebskanäle zu nutzen.^[F.A.Z. – Nach EU-Strafe: Apple nimmt Änderungen im App-Store vor – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/nach-eu-strafe-apple-nimmt-aenderungen-im-app-store-vor-201138357.html] Die EU-Kommission kündigte an, die tatsächliche Umsetzung der neuen Bedingungen genau zu beobachten. Sie hatte im April 2025 wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, kurz DMA) eine Strafe von 500 Millionen Euro gegen Apple verhängt.^[F.A.Z. – Nach EU-Strafe: Apple nimmt Änderungen im App-Store vor – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/nach-eu-strafe-apple-nimmt-aenderungen-im-app-store-vor-201138357.html]
Das neue Gebührenmodell: 5 statt Kerntechnologiegebühr
Bei einem entscheidenden Punkt des Streits weicht Apple nur teilweise von seiner bisherigen Praxis ab: Die sogenannte Gebühr für Kerntechnologie (Core Technology Fee), die für App-Entwickler mit außergewöhnlicher Reichweite pro Installation nach einer Million Downloads fällig wurde, soll ersetzt werden. Nun sollen Entwickler eine Provision von fünf Prozent auf digitale Transaktionen in Apps zahlen, die außerhalb von Apples Marktplatz vertrieben werden.^[Handelsblatt – Nach Millionenstrafe: Apple nimmt nach EU-Strafe Änderungen im App-Store vor – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/nach-millionenstrafe-apple-nimmt-nach-eu-strafe-aenderungen-im-app-store-vor/100248129.html] Auch die Bedingungen für Verkäufe im App-Store selbst werden vereinfacht: Ab Oktober gibt es nur noch eine einheitliche Fassung der Geschäftsbedingungen, die Veröffentlichungen im App Store und in alternativen Marktplätzen abdeckt – inklusive In-App-Käufen in Apps aus Drittanbieter-Stores.^[heise online – Apple und die EU-Kommission einigen sich: Neue App-Store-Regeln ab 1. Oktober – url: https://www.heise.de/news/Apple-und-die-EU-Kommission-einigen-sich-Neue-App-Store-Regeln-ab-1-Oktober-11418522.html]
Milliardengrenze im Blick
Apple hofft, durch die Anpassungen einer möglichen Milliardenstrafe der EU-Kommission zu entgehen. Die Führung um Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich im Umgang mit US-amerikanischen Technologiekonzernen zuletzt strenger als bisher: Erst im Juli verhängte die Kommission eine Strafe gegen Google in Höhe von einer Milliarde US-Dollar – die höchste, die bisher unter dem DMA erteilt wurde.^[Handelsblatt – DMA: Apple knickt vor EU ein: Neues Gebührenmodell für App-Store – url: https://www.handelsblatt.com/politik/international/dma-apple-fuerchtet-eu-milliardenstrafe-und-passt-geschaeftsmodell-an/100248123.html]
Ein Signal für den digitalen Wettbewerb
Apple gilt nach den EU-Regeln als sogenannter Torwächter (Gatekeeper), stellt also mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern dar. Nach dem DMA müssen Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder eben Apple besondere Pflichten erfüllen, um fairen Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen – Hintergrund ist die Befürchtung, dass große Plattform-Betreiber so mächtig geworden sind, dass sie ihre Marktposition zementieren könnten.^[F.A.Z. – Nach EU-Strafe: Apple nimmt Änderungen im App-Store vor – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/nach-eu-strafe-apple-nimmt-aenderungen-im-app-store-vor-201138357.html] Ob die neuen Regeln den langjährigen Konflikt tatsächlich beenden, dürfte sich zeigen, sobald die ersten Entwickler ihre Apps außerhalb des App-Stores vertreiben. Die Kommission behält sich jedenfalls vor, bei Verstößen erneut einzugreifen.
Quellen: Handelsblatt – Nach Millionenstrafe: Apple nimmt Änderungen im App-Store vor · Handelsblatt – DMA: Apple knickt vor EU ein · F.A.Z. – Nach EU-Strafe: Apple nimmt Änderungen im App-Store vor · heise online – Neue App-Store-Regeln ab 1. Oktober