Künstliche Intelligenz · Musik
Australien verbannt KI-Musik aus den Charts: Was die neuen Regeln für die Branche bedeuten
Nachdem ein KI-Cover von Madonnas ‚Like a Prayer‘ die Chartspitze eroberte, zieht Australiens Musikbranche die Notbremse: Vollständig von KI erzeugte Songs werden künftig nicht mehr in den offiziellen Charts gelistet.
Sydney/Frankfurt, 25. August 2026 – Australien zieht eine Grenze: Von Künstlicher Intelligenz erzeugte Musik hat künftig keinen Platz mehr in den offiziellen Charts des Landes. Die neuen Richtlinien der Australian Recording Industry Association (Aria) zielen darauf ab, „den menschlichen Ursprung des künstlerischen Schaffens“ zu schützen; sie treten am Freitag in Kraft.^[F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/australien-verbannt-ki-musik-aus-den-charts-accg-201156145.html]
Was die neuen Regeln vorsehen
Gelistet werden dürfen demnach nur noch Lieder, die „im Wesentlichen von Menschen geschaffen“ wurden. Der Einsatz von KI ist dabei nicht verboten – vollständig von KI erschaffene Musik wird aber nicht mehr in die Aria-Charts aufgenommen.^[F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/australien-verbannt-ki-musik-aus-den-charts-accg-201156145.html]
Auslöser war ein konkreter Fall: Im Juli hatte eine Cover-Version von Madonnas „Like a Prayer“ die Spitze der australischen Charts erobert – später kam heraus, dass Gesang und Schlagzeug von KI generiert worden waren.^[F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/australien-verbannt-ki-musik-aus-den-charts-accg-201156145.html]
Die Branche reagiert: Kennzeichnung statt Verbannung
Australien ist damit Vorreiter bei den offiziellen Verkaufs- und Streaming-Charts – die Musikindustrie setzt international jedoch stärker auf Transparenz als auf Ausschluss: Mehrere Branchenverbände hatten bereits im Juli ein freiwilliges System zur Kennzeichnung von Musik vorgestellt, die ganz oder teilweise mit KI erschaffen wurde. Es ist für eine weltweite Einführung konzipiert und soll auch bei Streamingdiensten zum Einsatz kommen.^[F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/australien-verbannt-ki-musik-aus-den-charts-accg-201156145.html]
Der Streamingdienst Deezer hat eine solche Kennzeichnung bereits eingeführt – nach Angaben des Unternehmens wird KI inzwischen in fast jedem zweiten neu veröffentlichten Song eingesetzt. Spotify kündigte an, ab Mitte September KI-generierte Profile als „AI Persona“ zu kennzeichnen.^[F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz/australien-verbannt-ki-musik-aus-den-charts-accg-201156145.html]
Auch in Deutschland ein Rechtsstreit
Die Frage, wie KI-Musik urheberrechtlich einzuordnen ist, beschäftigt zunehmend auch die Gerichte: Das Landgericht München entschied am 31. Juli zugunsten der GEMA gegen das KI-Unternehmen Suno, das seine Modelle größtenteils ohne Lizenzverträge mit Rechteinhabern trainiert hatte – das zweite deutsche Urteil zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik durch generative KI, noch nicht rechtskräftig.^[F.A.Z. – Kaufen, scannen, schreddern: Warum KI-Konzerne für ihren Datenraub echte Bücher kaufen – url: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ki-training-warum-tech-firmen-alte-buecher-schreddern-accg-201094300.html] Der rechtliche Rahmen insgesamt bleibt unklar: Die EU-KI-Verordnung verlangt von Anbietern, das europäische Urheberrecht zu beachten und transparent darzulegen, wie ihre Modelle trainiert werden.^[F.A.Z. – Kaufen, scannen, schreddern: Warum KI-Konzerne für ihren Datenraub echte Bücher kaufen – url: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/ki-training-warum-tech-firmen-alte-buecher-schreddern-accg-201094300.html]
Ob andere Länder dem australischen Beispiel folgen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Frage nach dem menschlichen Ursprung von Musik ist längst kein Randthema mehr – sie entscheidet über Chartplatzierungen, Streaming-Erlöse und die Zukunft der Kreativwirtschaft.
Quellen: F.A.Z. – Australien verbannt KI-Musik aus den Charts · F.A.Z. – KI-Training: Warum Tech-Konzerne Bücher schreddern