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Berlin · Cyberkriminalität

Erpressung nach Hackerangriff: Berlin weigert sich, Lösegeld in Bitcoin zu zahlen

Die Hackerbande Rhysida soll 30 Bitcoin fordern – sonst droht sie, vertrauliche Dokumente zu veröffentlichen. Berlins Regierender Bürgermeister Wegner kündigt an: Das Land lässt sich nicht erpressen.

iureka Team ·

Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels
Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Berlin, 30. August 2026 – Das Land Berlin wird nach dem Datendiebstahl bei zwei Senatsverwaltungen erpresst – doch es will nicht zahlen. Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) teilte am Freitagnachmittag mit, Berlin lasse sich nicht erpressen.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html] Die Erpresser sollen im Darknet damit gedroht haben, als vertraulich eingestufte Dokumente zu veröffentlichen, falls das Land nicht bis zum kommenden Freitag 30 Bitcoin zahlt – umgerechnet rund zwei Millionen Euro.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html]

Rhysida: Bekannte Hackergruppe mit großem Beuteschema

Für den Angriff, der am 14. August bekannt wurde, wird die Hackergruppe Rhysida verantwortlich gemacht, die in der Vergangenheit bereits die Stadt Stuttgart und die Welthungerhilfe angegriffen hat. Die Gruppe behauptet, über die Daten von knapp 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren, mehr als 46.500 Verträgen und fast 6.000 Dateien mit Login-Daten zu verfügen – auch Informationen über kritische Infrastruktur, Justizunterlagen und Notfallpläne sollen erbeutet worden sein.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html] Wegner sagte, es könne „nicht ausgeschlossen werden, dass auch personenbezogene oder sonstige nicht-öffentliche Daten betroffen sind“ – die Untersuchungen dazu liefen noch. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ äußert sich der Senat zu Details nicht.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html]

Seit Wochen im Ausnahmezustand

Der Angriff hatte bereits Mitte August weite Teile der Verwaltung lahmgelegt: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz wurden aus Sicherheitsgründen vom Landesnetz getrennt – mit massiven Folgen: „Wir sind praktisch arbeitsunfähig, ohne Internet und Mailkommunikation nach außen“, zitierte die Presse damals einen Mitarbeiter der Senatsverkehrsverwaltung.^[BILD – „Wir sind praktisch arbeitsunfähig“ – Alles down! Hackerangriff auf Berlin-Verwaltung – url: https://www.bild.de/politik/inland/hackerangriff-auf-berliner-senatsverwaltung-behoerden-praktisch-arbeitsunfaehig-6a8329b7bbfd6aa29d3f8848] Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden eingeschaltet, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.^[Handelsblatt – Innere Sicherheit: Hackerangriff auf Berliner Landesnetz – Ausmaß unbekannt – url: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/innere-sicherheit-hackerangriff-auf-berliner-landesnetz-ausmass-unbekannt/100247841.html]

Politischer Streit um IT-Sicherheit im Wahlkampf

In der heißen Wahlkampfphase vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September wird nun über die Konsequenzen gestritten. Linken-Fraktionschef Tobias Schulze nannte es einen „Fehler von Schwarz-Rot“, dass der Senat die IT-Sicherheit finanziell vernachlässigt habe – die „Zeit der Insellösungen beim IT-Support in der Verwaltung“ müsse enden.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html] Ähnlich äußerte sich Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf: „Es ist ein riesiges Versäumnis, dass unsere IT-Sicherheit auf solche Angriffe nicht besser vorbereitet ist.“ Er fordert, die IT Berlins schnellstmöglich zu bündeln und zu zentralisieren. Am 7. September berät der Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses über Konsequenzen.^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html] Innensenatorin Iris Spranger (SPD) versicherte derweil, die für die Wahl notwendigen technischen Systeme seien nicht betroffen: „Die Wahlumgebung ist sicher.“^[F.A.Z. – Datendiebstahl: Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kai-wegner-und-berlins-politiker-zur-hacker-erpressung-201172471.html]

Quellen: F.A.Z. – Was Berlins Politiker zur Erpressung durch Hacker sagen · BILD – Alles down! Hackerangriff auf Berlin-Verwaltung · Handelsblatt – Hackerangriff auf Berliner Landesnetz