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Hackerangriff · IT-Sicherheit

Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Land kann derzeit kein Wohngeld auszahlen

Zwei Senatsverwaltungen sind seit vergangenem Freitag vom Berliner Landesnetz getrennt – E-Mails nach außen sind unmöglich, Wohngeldzahlungen stocken. Die Gültigkeit der Abgeordnetenhauswahl sehen Senat und Innensenatorin nicht gefährdet.

iureka Team ·

Foto: cottonbro studio / Pexels
Foto: cottonbro studio / Pexels

Berlin, 20. August 2026 – Der Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung hat konkrete Folgen für Bürgerinnen und Bürger: Das Land kann derzeit kein Wohngeld auszahlen. Grund ist, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ebenso wie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt seit vergangenem Freitag vom Berliner Landesnetz getrennt ist. Veranlasst hatte das der Landesbevollmächtigte für Informationssicherheit, nachdem der Angriff am Freitag entdeckt worden war.^[F.A.Z. – Nach Hackerangriff: Berlin kann derzeit kein Wohngeld auszahlen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-berlin/gefaehrdet-der-hackerangriff-auf-die-berliner-verwaltung-die-wohngeld-auszahlung-accg-201143183.html]

Keine E-Mails nach außen, nur telefonisch erreichbar

Die Mitarbeiter der beiden betroffenen Senatsverwaltungen sind derzeit nur telefonisch erreichbar und können keine E-Mails nach außen verschicken. Wie lange die Häuser vom Netz bleiben, ist offen: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, es könne noch „einige Tage dauern“, bis die Senatsverwaltungen wieder ans Landesnetz angeschlossen seien. Derzeit werde untersucht, wie die Hacker eingedrungen seien.^[F.A.Z. – Nach Hackerangriff: Berlin kann derzeit kein Wohngeld auszahlen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-berlin/gefaehrdet-der-hackerangriff-auf-die-berliner-verwaltung-die-wohngeld-auszahlung-accg-201143183.html] Ob die Tat von einem Staat veranlasst wurde, wollte Wegner aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen – er sei sich aber „relativ sicher“, dass die Täter „sowohl von innen wie von außen kommen“. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angriff maximal fünf Tage vor seiner Entdeckung erfolgte.

Keine sensiblen Daten erbeutet

Nach derzeitigem Kenntnisstand haben die Hacker keine sensiblen Daten erbeutet. Digitalstaatssekretär Florian Hauer (CDU) sagte, es seien wohl lediglich Geodaten abgeflossen, die auch öffentlich zugänglich seien. Durch den Angriff war zeitweise auch das Online-Antragsformular für die Briefwahl zum Berliner Abgeordnetenhaus nicht nutzbar – diese Funktion ist inzwischen wiederhergestellt.^[F.A.Z. – Nach Hackerangriff: Berlin kann derzeit kein Wohngeld auszahlen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-berlin/gefaehrdet-der-hackerangriff-auf-die-berliner-verwaltung-die-wohngeld-auszahlung-accg-201143183.html]

50.000 Haushalte warten auf ihr Wohngeld

Die Gültigkeit der Abgeordnetenhauswahl am 20. September sehen Senat und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) durch die Panne nicht gefährdet: Briefwahlanträge können weiterhin per E-Mail, per Post und persönlich in den Bezirksrathäusern gestellt werden, alle IT-Systeme für die Wahl seien nicht betroffen. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Tobias Schulze forderte den Senat auf, gegebenenfalls „eine Bypass-Lösung für die 50.000 wohngeldberechtigten Haushalte“ zu organisieren – das Wohngeld wird in der Regel am letzten Tag des Monats für den Folgemonat überwiesen.^[F.A.Z. – Nach Hackerangriff: Berlin kann derzeit kein Wohngeld auszahlen – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-berlin/gefaehrdet-der-hackerangriff-auf-die-berliner-verwaltung-die-wohngeld-auszahlung-accg-201143183.html]

Der Angriff dürfte die Debatte über die IT-Sicherheit der Hauptstadtverwaltung weiter anheizen: CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers forderte, die IT-Sicherheit im Senat zentraler zu steuern und dem Digitalstaatssekretär mehr Durchgriffsbefugnisse gegenüber den Senatsverwaltungen zu geben.

Quellen: F.A.Z. – Nach Hackerangriff: Berlin kann derzeit kein Wohngeld auszahlen