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OpenAI · ChatGPT

Werbung in ChatGPT: OpenAI testet Anzeigen auch in Deutschland – und riskiert Vertrauen

Von Montag an schaltet OpenAI auch in Deutschland testweise Anzeigen in ChatGPT. Gründer Sam Altman hatte Werbung einst als „verstörend“ und „letzten Ausweg“ bezeichnet – der Kurswechsel könnte zum Vertrauensbruch werden.

iureka Team ·

Foto: Matheus Bertelli / Pexels
Foto: Matheus Bertelli / Pexels

Berlin, 19. August 2026 – OpenAI stellt sein Geschäftsmodell auf die Probe: Von kommendem Montag an schaltet das Unternehmen auch in Deutschland testweise Anzeigen in ChatGPT. Die probeweise Einführung von Werbung ist für den Vorreiter des KI-Booms logisch und zugleich riskant – denn Gründer Sam Altman hatte sich jahrelang klar gegen Werbung ausgesprochen. „Ich hasse Anzeigen“, sagte er 2024; gerade in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz sei Werbung „verstörend“, weil sich Nutzer fragen müssten, ob Anzeigenkunden die Antworten der Chatbots beeinflussen. Für OpenAI sei Werbung daher der „letzte Ausweg“.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html]

Wie die Anzeigen funktionieren sollen

Zu Beginn des Jahres begann OpenAI in den USA mit Tests, die seither ausgeweitet wurden. Nach einem Bericht von Axios peilt das Unternehmen in diesem Jahr einen Werbeumsatz von 2,5 Milliarden Dollar an, bis 2030 sollen es 100 Milliarden Dollar werden.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html] Mit Blick auf Deutschland beteuert OpenAI, Anzeigen deutlich von den Antworten abzugrenzen: „Unterhalb der eigentlichen Antwort von ChatGPT befindet sich eine graue Linie, und unterhalb dieser Linie kann sich eine Anzeige befinden“, sagt Dave Dugan, Vice President of Ads. Werbetreibende erhielten keinen Zugang zu den Chatverläufen; bei Themen rund um mentale Gesundheit verzichte man auf Anzeigen, offiziell als minderjährig registrierte Nutzer erhielten keine Werbung.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html] Wer keine Werbung sehen will, muss zahlen: Das Plus-Abo kostet in Europa rund 23 Euro im Monat, der Pro-Tarif mindestens 103 Euro – das Einstiegsabo „ChatGPT Go“ für etwa acht Euro bleibt allerdings werbefinanziert.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html]

„Eigentlich ist die Einführung von Werbung ein Vertrauensbruch“

Die Branche beobachtet den Schritt skeptisch. „Eigentlich ist die Einführung von Werbung ein Vertrauensbruch“, sagt Alexander Graf, Gründer des Softwareunternehmens Spryker – schließlich habe Altman sich in der Vergangenheit immer wieder negativ darüber geäußert. „Werbung nervt immer ein bisschen“, warnt Graf; je stärker sie abschrecke, desto eher wechselten Nutzer zu Googles Gemini oder Anthropics Claude: „Das ist der Anfang vom Ende von ChatGPT.“^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html] Andere Stimmen sehen in dem Schritt auch eine Chance: Werbeerlöse könnten das Abo-Geschäft ergänzen – doch die entscheidende Frage bleibe, wie Anzeigen platziert werden, ohne das Vertrauen in die Antworten des Bots zu verlieren.^[F.A.Z. – Kurswechsel für ChatGPT: Werbung nervt! – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/werbung-bei-chatgpt-nervt-201140614.html]

Druck von Konkurrenz und Börsengang

Der Kurswechsel kommt unter erheblichem Druck: OpenAI bereitet seinen Börsengang vor und investiert enorme Summen in Rechenzentren – wächst aber offenbar langsamer als Rivale Anthropic, dessen Umsatz sich laut „Wall Street Journal“ auf 11,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hat, während OpenAI nur auf 6,7 Milliarden Dollar kam.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html] Altman räumte selbst Fehler ein: „Wir hatten nicht die besten zwölf Monate aller Zeiten, was vor allem meine Schuld ist“, schrieb er im Juli. Ob Werbung das Vertrauen in den Chatbot nachhaltig beschädigt, wird sich nun auch in Deutschland zeigen – die Verbände der Werbewirtschaft warnen derweil, dass die Werbeinvestitionen weiter in Richtung großer außereuropäischer Digitalkonzerne wandern.^[F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/openai-warum-auch-chatgpt-jetzt-auf-werbung-setzt-201139704.html]

Quellen: F.A.Z. – Open AI knickt ein: Warum auch ChatGPT jetzt auf Werbung setzt · F.A.Z. – Kurswechsel für ChatGPT: Werbung nervt!