TikTok · Datenschutz
TikTok zahlt 400 Millionen Dollar: US-Justiz beendet Ermittlungen zum Kinderschutz
Mit einer Zahlung von 400 Millionen Dollar legt TikTok US-Ermittlungen wegen des Sammelns von Kinderdaten bei. Ein Schuldeingeständnis ist damit nicht verbunden – das Justizministerium verweist auf den Eigentümerwechsel im US-Geschäft.
Washington, 21. August 2026 – Die Kurzvideo-Plattform TikTok hat die US-Ermittlungen wegen des Sammelns von Daten Minderjähriger mit einer Zahlung von 400 Millionen Dollar beigelegt. Mit dem Vergleich ist kein Schuldeingeständnis verbunden, wie das US-Justizministerium mitteilte. Das Ministerium verwies dabei unter anderem auf den Eigentümerwechsel im US-Geschäft von TikTok sowie auf eine Überholung der Datenschutz-Praxis.^[Handelsblatt – 400-Millionen-Zahlung: US-Justiz stoppt TikTok-Ermittlungen – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/video-app-400millionen-zahlung-us-justiz-stoppt-tiktok-ermittlungen/100248949.html]
Der Vorwurf: Kinderkonten ohne elterliche Zustimmung
Das Justizministerium hatte TikTok 2024 noch in der Amtszeit von Donald Trumps Vorgänger Joe Biden verklagt. Der Vorwurf: Die Plattform habe zugelassen, dass Kinder unter 13 Jahren ohne Zustimmung ihrer Eltern Accounts anlegten. Damit habe der Dienst gegen das Gesetz zum Datenschutz bei Kindern (COPPA) verstoßen.^[Handelsblatt – Datenschutz bei Kindern: 400-Millionen-Zahlung – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/datenschutz-bei-kindern-400-millionen-zahlung-us-justiz-stoppt-tiktok-ermittlungen/100248947.html] Amerikanische Online-Plattformen legten wegen des Gesetzes ein generelles Mindestalter von 13 Jahren fest – und dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kinder Profile mit einem falschen Geburtsdatum einrichten. Kritiker werfen den Unternehmen vor, nicht entschieden genug dagegen vorzugehen.
Trumps Rettung des US-Geschäfts
Hintergrund der Einigung ist auch ein Besitzerwechsel: Trump hatte durchgesetzt, dass das US-Geschäft von TikTok Anfang 2026 mehrheitlich an eine neue Firma mit amerikanischen Investoren ging. Damit wurde die Zukunft des Dienstes in den USA nach einer rund einjährigen Hängepartie gesichert.^[Handelsblatt – Video-App: 400-Millionen-Zahlung – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/video-app-400millionen-zahlung-us-justiz-stoppt-tiktok-ermittlungen/100248949.html] Nach einem US-Gesetz musste sich der in China ansässige TikTok-Eigentümer Bytedance zumindest von dem Geschäft in den USA trennen, damit die App dort weiter aktiv sein durfte. Im Rest der Welt bleibt Bytedance am Steuer.^[Handelsblatt – Datenschutz bei Kindern: 400-Millionen-Zahlung – url: https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/datenschutz-bei-kindern-400-millionen-zahlung-us-justiz-stoppt-tiktok-ermittlungen/100248947.html]
Ein Präzedenzfall für den Umgang mit Plattformen?
Die Zahlung ist eine der größten Einigungen dieser Art in den USA und dürfte die Debatte über den Schutz Minderjähriger in sozialen Netzwerken neu anfachen. Während die US-Behörden ihre Ermittlungen nun einstellen, bleibt die Frage offen, wie konsequent Plattformen künftig das Alter ihrer Nutzer kontrollieren – und welche Rolle das amerikanische Investorenkonsortium dabei spielt. Die Meldung schlug am Freitagabend auch im FAZ-Business-Ticker hohe Wellen.^[F.A.Z. – Business-Ticker: 400-Millionen-Zahlung: US-Justiz stoppt TikTok-Ermittlungen – url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/business-liveticker-400-millionen-zahlung-us-justiz-stoppt-tiktok-ermittlungen-faz-200452404.html]
Für TikTok ist der Fall damit rechtlich abgehakt – zumindest in den USA. Ob die neuen Eigentümer ihre Datenschutz-Versprechen tatsächlich einhalten, werden die kommenden Monate zeigen.
Quellen: Handelsblatt – 400-Millionen-Zahlung: US-Justiz stoppt TikTok-Ermittlungen · Handelsblatt – Datenschutz bei Kindern · F.A.Z. – Business-Ticker