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Sachsen-Anhalt · Landtagswahl

„Wir werden in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen“: AfD-Spitze gibt sich vor der Landtagswahl siegessicher

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigen sich Alice Weidel und Tino Chrupalla in den TV-Sommerinterviews angriffslustig: Man werde die Regierung stellen – während die Umfragen sogar eine absolute Mehrheit möglich erscheinen lassen. In der CDU wächst derweil die Sorge vor einer Wahlpleite.

iureka Team ·

Foto: Christian Wasserfallen / Pexels
Foto: Christian Wasserfallen / Pexels

Berlin/Wien, 23. August 2026 – Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt setzt die AfD auf Angriff: Parteichefin Alice Weidel und Co-Vorsitzender Tino Chrupalla präsentierten sich am Sonntagabend in den Fernseh-Sommerinterviews von ZDF und ARD auffällig siegessicher – und legten sich zugleich mit der CDU an. Weidel hatte zuvor zugespitzt: „Die CDU wird keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen.“

Weidel stand für das Interview im hellen Blazer auf einer Terrasse mit Blick über die Dächer Wiens. Sie habe sich hier Tipps von der Schwesterpartei geholt, sagte die AfD-Vorsitzende – jener rechtspopulistischen FPÖ, die in fünf österreichischen Bundesländern mitregiert. Diesen Schritt will Weidel nun offenbar nachahmen: „Wir werden in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen“, sagte sie im ZDF. Ihr Co-Vorsitzender Chrupalla saß derweil im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin und gab sich nicht weniger selbstbewusst: „Ich habe schon vor Jahren angekündigt, dass es so weit kommen wird“, sagte er mit Blick auf einen erwarteten Wahlsieg am 6. September.

Umfragen: 43 Prozent – die absolute Mehrheit ist im Bereich des Möglichen

In Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt aktuell bei 43 Prozent. Die Wahl am 6. September könnte damit ein Rekordergebnis für die Landespartei einbringen, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Sogar die absolute Mehrheit gilt als möglich. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund plant bereits eine Alleinregierung und schließt eine Koalition aus – man wolle keine Kompromisse eingehen.

Wie belastbar solche Zahlen sind, ist allerdings umstritten. Der SPIEGEL erinnert in einer Datenanalyse daran, dass sich die Demoskopen bei der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt so sehr verschätzt haben wie selten zuvor. Vor den Wahlen im September – neben Sachsen-Anhalt wird auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt – ist die Frage nach der Verlässlichkeit der Umfragen daher brisanter denn je.

Merz im Hintergrund: Die CDU fürchtet die Wahlpleite

In der Union sorgt die Lage in Sachsen-Anhalt für offene Nervosität. Kanzler Friedrich Merz hat nach BILD-Informationen in den vergangenen Wochen mehrfach mit Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (CDU) telefoniert. Schulze hat bereits angekündigt, „Berlin“ – also dem Kanzler – die Schuld für den Gegenwind und am Ende für eine mögliche CDU-Wahlpleite am 6. September geben zu wollen. Merz konterte gegenüber BILD: „Die Bundesregierung lässt sich nicht von ihrem Kurs abbringen, wir wissen, was richtig und gut ist für das Land. Da lassen wir uns nicht beirren.“

Geplant sind gleich zwei Wahlkampfauftritte des Kanzlers in Sachsen-Anhalt, einer davon gemeinsam mit Schulze in der Chemie-Hochburg Leuna in der Schlussphase des Wahlkampfs. Die Landtagswahl gilt damit auch als Bewährungsprobe für die Kanzlerpartei, deren Umfragewerte bundesweit unter Druck stehen.

„Wir werden in Sachsen-Anhalt die Regierung stellen.“ — Alice Weidel im ZDF-Sommerinterview

Der Hitzesommer als Randnotiz

Dass die Parteichefs auch den Sommer 2026 zum Thema machten, sorgte für weitere Schlagzeilen: Weidel und Chrupalla bezeichneten den aus Sicht vieler Beobachter außergewöhnlich heißen Sommer als „ganz normalen Sommer“ – eine Einordnung, die angesichts der andauernden Debatte über Klimafolgen in Deutschland kritisch aufgenommen wurde.

Quellen: Handelsblatt – AfD-Sommerinterviews: Alice Weidel: „Die CDU wird keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen“ · DER SPIEGEL – Wahl in Sachsen-Anhalt: Wie verlässlich sind die Wahlumfragen wirklich? · BILD – Friedrich Merz: Volle Konzentration auf Wachstum und Beschäftigung