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AfD · Sommerinterview

Weidel und Chrupalla im Sommerinterview: Schlagabtausch statt Staatskunst

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treten Alice Weidel und Tino Chrupalla in den Sommerinterviews von ARD und ZDF auf – mit Attacken, Beschimpfungen und einem Begriff, der für Wirbel sorgt: „Alice Merkel“.

iureka Team ·

Foto: Tahir Xəlfəquliyev / Pexels
Foto: Tahir Xəlfəquliyev / Pexels

Berlin, 23. August 2026 – Es war ein Abend der großen Gesten und harten Worte: Am selben Tag stellten sich die beiden AfD-Vorsitzenden den Sommerinterviews der öffentlich-rechtlichen Sender – Tino Chrupalla am Vormittag in der ARD, Alice Weidel am Abend im ZDF. Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nutzten beide die Bühne für Angriffe auf politische Gegner und Medien – mit sehr unterschiedlichen Temperamenten.^[Süddeutsche Zeitung – Sommerinterviews: AfD-Spitzenpolitiker zwischen Aufstacheln und Verharmlosen – url: https://www.sueddeutsche.de/medien/afd-spitzenpolitiker-sommerinterview-chrupalla-weidel-ard-zdf-li.3533089]

„Alice Merkel“: Ein Begriff wird zum Parteifall

Der wohl kurioseste Moment des Abends: Alice Weidel musste sich im ZDF erklären, warum der Begriff „Alice Merkel“ innerhalb der eigenen Partei zum Streitfall geworden ist. Der Vorwurf, die AfD-Chefin rücke zu sehr in die politische Mitte und kopiere die Stilmittel der früheren Kanzlerin, schwelt seit Wochen in Teilen der Partei. Weidel wies die Einordnung zurück – und ging ihrerseits zum Frontalangriff über: Wer sie kenne, wisse, dass von Anpassung keine Rede sein könne.^[BILD – Schlagabtausch zwischen AfD-Chefin und ZDF-Moderator – url: https://www.bild.de/politik/inland/bei-sommerinterview-schlagabtausch-zwischen-afd-chefin-und-zdf-moderator-6a8b2acbc3692834ff6da50b]

„Flachzangen“ und offene Hetze

Statt inhaltlicher Debatten dominierte die Polemik: Weidel bezeichnete ihre Kritiker als „Flachzangen“ und lieferte sich einen teils aggressiven Schlagabtausch mit dem ZDF-Moderator. Der Spiegel kommentierte die Auftritte beider Parteichefs als „schleichendes Gift, offene Hetze“: Die AfD-Spitze habe Fremdenhass verbreitet und den politischen Gegner geschmäht.^[Der Spiegel – Sommerinterviews der AfD-Chefs: Schleichendes Gift, offene Hetze – url: https://www.spiegel.de/kultur/tv/alice-weidel-und-tino-chrupalla-sommerinterviews-der-afd-chefs-bei-zdf-und-ard-schleichendes-gift-offene-hetze-a-6d1c5967-a96d-4225-9e6d-4afdeac88e95] Die F.A.Z. kam zu einem ähnlichen Urteil: „Geschwurbel und Gehetze zur besten Sendezeit“ lautete die Überschrift ihrer Kritik; nach Chrupallas ARD-Auftritt, so der Tenor, werde es kaum besser, wenn danach Weidel folge.^[F.A.Z. – Chrupalla und Weidel: Geschwurbel und Gehetze zur besten Sendezeit – url: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/afd-sommerinterviews-in-ard-und-zdf-weidels-flachzangen-und-chrupallas-ganz-normaler-sommer-201152569.html]

Chrupalla: Klimawandel als „Panikmache“

Tino Chrupalla setzte im ARD-Sommerinterview andere Akzente: Beim Thema Klimawandel sprach der Co-Vorsitzende von „Panikmache“ und forderte stattdessen bezahlbare Energie und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Fachliche Einordnung suchte man in seinen Ausführungen nach Einschätzung der Journalisten vergebens – die Sendung liefere viel Streit, aber kaum Lösungen.^[BILD – Chrupalla über Klimawandel: „Ich sehe da Panikmache“ – url: https://www.bild.de/politik/inland/chrupalla-ueber-klimawandel-ich-sehe-da-panikmache-6a8b209dc3692834ff6da493]

Wahlkampf-Tonfall mit Ansage

Beobachter werten die Auftritte als Vorgeschmack auf den Wahlkampf-Endspurt in Sachsen-Anhalt, wo die AfD bei der Landtagswahl am 6. September um den Einzug in eine Regierungsverantwortung kämpft. Die Sommerinterviews lieferten nach Einschätzung von BILD „viel Streit, aber kaum Lösungen“ – ein Muster, das die Parteispitze offenbar bewusst gewählt hat.^[BILD – Weidel spricht von „Flachzangen“ – url: https://www.bild.de/politik/inland/schlagabtausch-im-sommerinterview-weidel-spricht-von-flachzangen-6a8b1849511d4fd3bc4e1496]

Ob die Strategie des konfrontativen Auftretens aufgeht, wird sich in zwei Wochen zeigen. Fest steht: Die Sommerinterviews 2026 dürften als einer der schärfsten Schlagabtausche zwischen Regierungs- und Oppositionsvertretern in die jüngere Fernsehgeschichte eingehen.

Quellen: Süddeutsche Zeitung – Sommerinterviews · Der Spiegel – Schleichendes Gift, offene Hetze · F.A.Z. – Geschwurbel und Gehetze · BILD – Schlagabtausch im ZDF · BILD – Chrupalla über Klimawandel · BILD – „Flachzangen“