Iran · Sanktionen
Iran droht mit Hormus-Sperre: „Nicht ein Tropfen Öl wird die Straße von Hormus verlassen“
Teheran verschärft im Wirtschaftskrieg mit den USA den Ton: Wer Washingtons Sanktionskampagne unterstützt, werde als Feind behandelt, droht der Chef des Sicherheitsrates. Deutsche Unternehmen wären auf eine Eskalation einer Studie zufolge nur unzureichend vorbereitet.
Beirut, 23. August 2026 – Das Regime in Teheran verschärft den Ton im Wirtschaftskrieg mit den USA. Der Chef des iranischen Sicherheitsrates, Mohsen Rezaei, sagte am Samstag im Staatsfernsehen: „Wir raten den Ländern um uns herum, sich nicht am Wirtschaftskrieg der USA zu beteiligen.“ Sonst werde Iran sie „als Feinde betrachten“. Jedwede Zusammenarbeit werde die Ölexporte aus der Region zum Erliegen bringen, drohte Rezaei weiter: „Nicht ein Tropfen Öl wird den Golf oder die Straße von Hormus verlassen.“^[F.A.Z. – Iran droht Golfstaaten – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/us-wirtschaftskrieg-iran-droht-den-golfstaaten-accg-201151268.html]
Botschaft an die arabischen Ölstaaten
Rezaei sprach damit die arabischen Ölstaaten an, deren wirtschaftliches Überleben an den Energieexporten hängt. Iran hatte im Zuge des militärischen Schlagabtauschs mit den USA und Israel die reichen Monarchien am Golf bereits mit Raketen und Drohnen attackiert, um den Preis für die Militärkampagne seiner Erzfeinde in die Höhe zu treiben. Die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus – ein Nadelöhr des Welthandels und der weltweiten Energieexporte – hat sich als wirkungsvolles Druckmittel herausgestellt. Am Samstag kündigte Rezaei an, die Meerenge bleibe geschlossen, bis Washington seinen Kurs ändere.^[F.A.Z. – Iran droht Golfstaaten – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/us-wirtschaftskrieg-iran-droht-den-golfstaaten-accg-201151268.html]
„Härteste Sanktionen der Geschichte“
US-Präsident Donald Trump hatte sich in der Konfrontation mit Iran darauf verlegt, den Sanktionsdruck zu erhöhen, um das Regime in Teheran zum Einlenken zu bewegen. Außerdem drohte er, wer über Scheinfirmen, Geldtransfers, Ölschmuggel oder Schattenflotten weiter Geschäfte mit Iran mache, werde selbst gewaltige Konsequenzen tragen müssen. Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent sprach gegenüber dem Fernsehsender CNBC von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“. Es wird erwartet, dass Bessent an diesem Montag ein Paket von Strafmaßnahmen verkündet: „Es wird funktionieren. Wir werden das Regime zum Zusammenbruch bringen.“^[F.A.Z. – Iran droht Golfstaaten – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/us-wirtschaftskrieg-iran-droht-den-golfstaaten-accg-201151268.html]
Der Druck auf die iranische Wirtschaft ist spürbar: Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten vergangene Woche den Handel mit Iran und alle Finanztransaktionen ausgesetzt. Zudem gestand der Chef der iranischen Zentralbank am Mittwoch im Staatsfernsehen ein, die Öleinnahmen gingen gen null.^[F.A.Z. – Iran droht Golfstaaten – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/us-wirtschaftskrieg-iran-droht-den-golfstaaten-accg-201151268.html]
Deutsche Industrie nur unzureichend vorbereitet
Eine leise Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten dürfte bei deutschen Unternehmen damit passé sein. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ging infolge der Ankündigungen bereits deutlich zurück. Auf eine erneute Verschärfung des Kriegs sind viele Unternehmen aber nur unzureichend vorbereitet: Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Handelsblatts unter 750 Unternehmern.^[Handelsblatt – Neue Eskalation im Iran-Krieg? Deutsche Firmen wären darauf schlecht vorbereitet – url: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/industrie-eskalation-im-iran-deutsche-firmen-waeren-schlecht-vorbereitet/100243051.html] Die Versorgungslage für die deutsche Industrie wird demnach prekärer, viele Lieferketten sind anfällig. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor von „Amerikas Wirtschaftsterrorismus“ gesprochen, der die Weltwirtschaft bedrohe.^[Handelsblatt – Neue Eskalation im Iran-Krieg? Deutsche Firmen wären darauf schlecht vorbereitet – url: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/industrie-eskalation-im-iran-deutsche-firmen-waeren-schlecht-vorbereitet/100243051.html]
Quellen: F.A.Z. – Iran droht Golfstaaten · Handelsblatt – Deutsche Firmen wären auf Eskalation schlecht vorbereitet