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Berlin · Russland

Russisches Haus Berlin: Ein Sicherheitsrisiko in der Friedrichstraße

Wand an Wand mit dem Russischen Haus zieht eine Außenstelle des Bundesdigitalministeriums ein. Politiker und Experten warnen vor Spionagegefahr – während sich ausgerechnet eine aus Frankreich ausgewiesene RT-Chefin um die Leitung des Kulturzentrums bewirbt.

iureka Team ·

Foto: Max Kladitin / Pexels
Foto: Max Kladitin / Pexels

Berlin, 21. August 2026 – Mitten in Berlin grenzt die Bundesrepublik an Russland: In der Friedrichstraße steht das Russische Haus, betrieben von einer Regierungsagentur des Außenministeriums in Moskau, die es als Kulturzentrum deklariert. In der nahen Taubenstraße ist vor einigen Wochen eine Außenstelle des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung eingezogen – die Gebäude liegen Wand an Wand.^[F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/russisches-haus-wand-an-wand-mit-moskau-201147502.html]

Kiesewetter warnt: „Spionagehaus“ neben dem Ministerium

Politiker wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter sehen darin ein Sicherheitsrisiko und vermuten schon länger, dass das Russische Haus zur Spionage genutzt wird. Dem „Tagesspiegel“ zufolge ist in der Ministeriums-Außenstelle eine Abteilung untergebracht, in deren Zuständigkeit das Referat „Sicherheit und Resilienz öffentlicher Telekommunikationsnetze“ fällt – also die Frage, wie sich Deutschlands kritische Infrastruktur gegen Angriffe schützen lässt.^[F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/russisches-haus-wand-an-wand-mit-moskau-201147502.html] Ein Ministeriumssprecher erklärte, man habe sich für den Standort entschieden, „weil das Gebäude im Bundeseigentum steht“; alle relevanten Sicherheitsbehörden seien von Anfang an intensiv eingebunden worden.^[F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/russisches-haus-wand-an-wand-mit-moskau-201147502.html]

Lasermikrofone und abgefangene Funksignale

Die Nachbarschaft erleichtert Spionen grundsätzlich die Arbeit. Der Informatiker Markus Kuhn von der Universität Cambridge verweist auf sogenannte Lasermikrofone, die die Schwingung eines Fensterglases oder eines Kaffeebechers aufzeichnen und in Sprache übersetzen können. Abfangen lassen sich auch Funksignale über WLAN oder Bluetooth – kabellose Tastaturen oder Kopfhörer böten eine Angriffsfläche.^[F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/russisches-haus-wand-an-wand-mit-moskau-201147502.html] Die Bundesregierung denkt laut „Spiegel“ mittlerweile über Sanktionen gegen das Russische Haus nach – als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen. Ein Abkommen über „die Tätigkeit von Kultur- und Informationszentren“ könnte demnach zum Juni 2027 gekündigt werden.^[F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/russisches-haus-wand-an-wand-mit-moskau-201147502.html]

Bewerbung aus Paris: Xenia Fjordorowa will nach Berlin

Für zusätzliche Brisanz sorgt eine Personalie: Die frühere Frankreich-Chefin des russischen Staatssenders RT, Xenia Fjordorowa, hat sich um die Nachfolge des bisherigen Direktors des Russischen Hauses beworben – obwohl die deutschen Behörden bereits 2024 ein Einreiseverbot gegen sie verhängt haben.^[F.A.Z. – Xenia Fjordorowa: Sie war Putins Stimme in Frankreich – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/xenia-fjordorowa-kremlnahe-publizistin-will-ans-russische-haus-in-berlin-201144576.html] Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete die 45-Jährige als „eine professionelle Agentin, die vom Kreml gesteuerte Destabilisierungsaktionen leitete“. Ein Pariser Gericht hat Anträge auf Aufhebung ihres Aufenthaltsverbots abgelehnt.^[F.A.Z. – Xenia Fjordorowa: Sie war Putins Stimme in Frankreich – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/xenia-fjordorowa-kremlnahe-publizistin-will-ans-russische-haus-in-berlin-201144576.html] Es wird vermutet, dass Fjordorowa den Posten in Berlin anstrebt, um diplomatische Immunität zu erhalten. Im französischen Ausweisungsbescheid wird ausdrücklich auf das Russische Haus Bezug genommen, das „als Tarnung für russische Geheimdienste“ benutzt werde.^[F.A.Z. – Xenia Fjordorowa: Sie war Putins Stimme in Frankreich – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/xenia-fjordorowa-kremlnahe-publizistin-will-ans-russische-haus-in-berlin-201144576.html]

Quellen: F.A.Z. – Russisches Haus: Ein Sicherheitsrisiko mitten in Berlin · F.A.Z. – Xenia Fjordorowa: Sie war Putins Stimme in Frankreich