Trump · Südkorea
„Feindseliges Signal“: Trump bremst Militärmanöver mit Südkorea aus – Seoul hält an der Allianz fest
US-Präsident Trump ordnet an, die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zu verkleinern – die Manöver seien zu teuer und ein feindseliges Signal an Nordkorea. Seoul lässt die Übung „Ulchi Freedom Shield“ trotzdem wie geplant starten.
Seoul/Washington, 17. August 2026 – US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Es sei zwar zu spät, die für den 17. bis 27. August geplanten jährlichen Übungen „Ulchi Freedom Shield“ komplett abzusagen, er sei jedoch nicht glücklich über die US-Teilnahme, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social.^[F.A.Z. – USA unter Trump: Südkorea will sich mit den USA weiter „eng koordinieren“ – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveticker-usa-unter-trump-suedkorea-will-sich-mit-den-usa-weiter-eng-koordinieren-faz-19444916.html]
Trumps Begründung: teuer und „feindlich“
Die gemeinsamen Manöver seien „nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)“, schrieb Trump. Darüber hinaus seien die Übungen ein Signal, das „total unangemessen und feindlich“ gegenüber Nordkorea sei. Während seiner Präsidentschaft habe sich Nordkorea „nicht bedrohlich und respektvoll“ verhalten – angesichts seiner „sehr guten Beziehung“ zu Machthaber Kim Jong-un sei er „nicht glücklich über die Tatsache, dass die USA vor langer Zeit eingewilligt haben, sich an gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea zu beteiligen“.^[DER SPIEGEL – Südkorea: Regierung setzt trotz Trump-Kritik auf enge Kooperation mit USA – url: https://www.spiegel.de/politik/suedkorea-regierung-setzt-trotz-trump-kritik-auf-enge-kooperation-mit-usa-a-7d654fb2-4394-42af-acc6-9d160a0352b3] Trump kritisierte zudem die Haltung Seouls im Konflikt mit dem Iran: Er habe den südkoreanischen Präsidenten gefragt, ob sich das Land an der Denuklearisierung Irans beteiligen wolle – dieser habe mit „Nein danke“ abgelehnt.^[F.A.Z. – USA unter Trump – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveticker-usa-unter-trump-suedkorea-will-sich-mit-den-usa-weiter-eng-koordinieren-faz-19444916.html]
Seoul widerspricht: Manöver läuft „wie geplant“
Ungeachtet der Ankündigung aus Washington setzt die Regierung in Seoul weiter auf eine enge Zusammenarbeit. Auch künftig würden sich beide Seiten „eng koordinieren“, um eine „gemeinsame solide Verteidigungshaltung“ zu erhalten, erklärte das südkoreanische Präsidialamt am Montag. Präsident Lee Jae-myung hoffe, dass die „freundschaftliche Beziehung“ zwischen Trump und Kim zu einem „ernsthaften Dialog“ zwischen beiden Ländern führe.^[DER SPIEGEL – Südkorea: Regierung setzt trotz Trump-Kritik auf enge Kooperation mit USA – url: https://www.spiegel.de/politik/suedkorea-regierung-setzt-trotz-trump-kritik-auf-enge-kooperation-mit-usa-a-7d654fb2-4394-42af-acc6-9d160a0352b3] Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums begann die gemeinsame Militärübung am Montag planmäßig; ungeachtet der Einwände Trumps verlaufe das Manöver „wie geplant“.^[Handelsblatt – Trump ordnet Verkleinerung von Militärmanövern mit Südkorea an – url: https://www.handelsblatt.com/video/politik/asien-trump-ordnet-verkleinerung-von-militaermanoevern-mit-suedkorea-an/100247725.html] An den Übungen nehmen rund 18.000 südkoreanische Soldaten teil; in den vergangenen Jahren hat sich der Schwerpunkt von echten Schießübungen auf Computersimulationen von Raketen- und Cyberangriffen verlagert.^[F.A.Z. – USA unter Trump – url: https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveticker-usa-unter-trump-suedkorea-will-sich-mit-den-usa-weiter-eng-koordinieren-faz-19444916.html]
Pjöngjang und die Folgen
Der Vorfall fällt in eine angespannte Lage: Nordkorea hat zuletzt trotz UN-Sanktionen erneut mehrere ballistische Raketen getestet – Experten werten das als Machtdemonstration und Zeichen des Protests gegen die jährlichen Manöver der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte.^[DER SPIEGEL – Südkorea – url: https://www.spiegel.de/politik/suedkorea-regierung-setzt-trotz-trump-kritik-auf-enge-kooperation-mit-usa-a-7d654fb2-4394-42af-acc6-9d160a0352b3] Gleichzeitig halten die USA formal an ihrem Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten.^[DER SPIEGEL – Südkorea – url: https://www.spiegel.de/politik/suedkorea-regierung-setzt-trotz-trump-kritik-auf-enge-kooperation-mit-usa-a-7d654fb2-4394-42af-acc6-9d160a0352b3]
Was die Ankündigung bedeutet
Dass ein US-Präsident die gemeinsamen Manöver mit dem wichtigsten Bündnispartner in Ostasien öffentlich als „feindseliges Signal“ bezeichnet, ist bemerkenswert – und stellt die Grundfesten der Sicherheitsallianz in Frage. Seoul versucht den Spagat zwischen demonstrativer Bündnistreue und der Rücksichtnahme auf die Trump-Kim-Dynamik. Ob Trumps Ankündigung über die symbolische Ebene hinaus Konsequenzen hat, dürfte sich bei den nächsten Manövern zeigen – und daran, ob Pjöngjang die Zurückhaltung Washingtons mit neuen Raketentests beantwortet.
Quellen: F.A.Z. – Südkorea will sich mit den USA weiter „eng koordinieren“ · DER SPIEGEL – Regierung setzt trotz Trump-Kritik auf enge Kooperation · Handelsblatt – Trump ordnet Verkleinerung von Militärmanövern an